von Jana Mikota

Klimawandel und Umweltkrisen sind nicht nur Themen, die im Sachbuch zu finden sind. Seit den 1980er Jahren erscheinen auch Kinderromane, die den Umweltschutz und die ökologischen Krisen auf vielfältige Weise thematisieren. Die Texte möchten kindliche Leser aufklären und ihnen Wissen über Natur vermitteln. In der (Kinder- und Jugend-)Literaturforschung wird diese Literatur als ökologische Kinder- und Jugendliteratur bezeichnet, in der „Probleme der natürlichen, sozialen und gebauten Umwelt unter dem Leitgedanken der ökologischen Krise“ (Lindenpütz 2002, 728) beschrieben werden. Charakteristisch für die ökologische Kinderliteratur ist zudem, dass der Gedanke einer Aufklärung hinsichtlich der Umweltfragen aufgenommen wird und damit auch gesellschaftskritische Aspekte explizit benannt werden. Die Autoren und Autorinnen sehen in der Unkenntnis der Bevölkerung die Ursachen der ökologischen Krisen. Die Texte nehmen Argumente für den Schutz der Natur auf, Naturwissenschaftler, Förster oder Biologen treten als Experten auf, die ihr Wissen insbesondere mit Kindern teilen. Sie glauben, dass Aufklärung zu einer Verbesserung führt. Gemeinsam sind den Texten neben der Wissensvermittlung auch Lösungsmodelle, die zum Teil realisierbar sind. Die handelnden kindlichen Figuren sind Vorbilder für die kindlichen Leser, die Texte bieten im Vergleich zu anderen Romanen des Jahrzehnts nur wenig Deutungsspielraum an. Das Handeln, um eine ökologische Krise zu verhindern, steht im Vordergrund. Kinderromane wie Das Findelkind vom Watt, Eine Biberburg im Auwald oder Der Krötenkrieg von Selkenau unterscheiden sich von früheren Natur- und Tiererzählungen insbesondere durch eine gezielte Aufklärung, die sich, wie noch gezeigt wird, auch auf der paratextuellen Ebene findet. Vorbild einer ökologischen deutschsprachigen Kinder- und Jugendliteratur dürften Texte wie Silent Spring (engl. 1962) von Rachel Carson, aber insbesondere die Romane von Jean Craighead George sein. 1971 schreibt sie ihren mittlerweile zum Klassiker avancierten Kinderroman Who Really Killed Cock Robin (dt. 1973), in dem sie das Sterben der Rotkehlchen in einer fiktiven US-amerikanischen Kleinstadt thematisiert.

Erzählerische Rahmungen

Ein Teil der Kinder- und Jugendromane greift zudem eine Einmischung der Autoren auf und zwar mit lenkenden Nach- bzw. Vorworten, die z. T. von den Autoren selbst, oftmals von bekannten Tierschützern und Naturwissenschaftlern verfasst werden. Dort wird auf die reale Situation hingewiesen und auf die Folgen aufmerksam gemacht. So heißt es beispielsweise in Lasst den Uhu leben!:

Meine lieben jungen Freunde,
zu den vielen Tierarten, die im Laufe der Jahre immer seltener wurden und in manchen Gegenden schon ausgestorben waren, gehört der Uhu.
Vor allem bei uns hat man diesem scheuen Nachtgreif viel Böses angetan. Aberglaube, Unwissenheit und blindwütige Jägerei haben zu seiner Ausrottung geführt.
Doch tatkräftige Naturschützer haben sich dafür eingesetzt, dass der Uhu bei uns wieder heimisch wurde. Wie sie dabei vorgingen, wie viel Arbeit und Schwierigkeiten damit verbunden waren, erzählt dieses Buch.
Naturschutz ist jedoch nicht nur Aufgabe einiger weniger Idealisten. Wir alle müssen wieder lernen, dass die Natur eine wunderbare große Familie ist, in der jedes Geschöpf und jede Pflanze einen unersetzlichen Platz haben. Und wir müssen danach handeln. (Rauprich 7)

Weitere Paratexte sind Werbehinweise auf Umweltschutzorganisationen wie NABU. Solche Werbetexte für Organisation fordern den Leser explizit auf, sich aktiv zu beteiligen. Auch die Widmungen und Motti verweisen auf Akteure des Umweltschutzes und deuten die Lesart der Romane an. In Nachworten oder Erklärungen werden dann Fachbegriffe erläutert. Nachworte, Widmungen oder Erklärungen der Fachbegriffe heben den fiktiven Gehalt der Texte zum Teil auf und formulieren die Zielsetzungen – also die umweltpädagogischen Konzepte – der Autoren.

Seit 2000 erscheinen weiterhin ökologische Kinderromane, aber der aufklärerische Duktus der Texte verschwindet zugunsten einer Literalität und Intermedialität. Es geht nicht mehr um Aufklärung, sondern auch um Unterhaltung. Auch auf der paratextuellen Ebene fehlen Hinweise auf Umweltschutzorganisationen.

Umweltschutz in Kinderromanen nach 2000

Im Mittelpunkt des Romans Brennnesselsommer stehen die Schwestern Anja und Flitzi, die mit ihren Eltern auf dem Lande leben und ein ganz ‚normales’ Leben genießen. Doch plötzlich ändert sich alles: Nebenan, in die mehr als baufällige Ruine, zieht Fränzi ein und mit ihr die unterschiedlichsten Tiere. Fränzi sieht mit ihren Dreadlocks und den zerschlissenen Klamotten nicht nur anders aus, sie denkt und handelt auch anders, als es Anja und Flitzi bislang von Erwachsenen gewohnt sind. Sie arbeitet nicht, sondern kümmert sich um ihre Tiere und den Hof. Sie sagt immer das, was sie denkt und wirbelt damit das Dorfleben gewaltig durcheinander. Anja und Flitzi sind begeistert, als sie erfahren, dass Fränzi einen Gnadenhof für all jene Tiere plant, die zu alt oder zu schwach sind. Doch nicht nur das, Fränzi befreit auch Tiere, möchte ein buntes Leben und überzeugt ihre jungen Freundinnen, kurzerhand ihre Schule bunt zu streichen.

Doch es kommt wie es kommen musste: Nicht alle Bewohner/innen sind einverstanden, der Verlust des Hofes droht und erst jetzt zeigt sich, dass Menschen mit den unterschiedlichsten Lebenskonzepten und -einstellungen Freunde/innen und Helfer/innen zugleich sein können.

Es ist ein etwas anderes Landleben, das uns Annette Pehnt präsentiert, auch wenn sie durchaus das idyllische Bild aufgreift, das sich immer wieder in der Kinder- und Jugendliteratur findet. Doch bereits der Titel Brennnesselsommer bricht mit bestimmten Assoziationen, denn die Brennnessel, von vielen als Unkraut bezeichnet, ist hier eindeutig positiv besetzt und hinter dem Titel verbirgt sich – und das wiederum deutet das wunderbar gezeichnete Cover des Romans an – ein schöner Sommer. Möglicherweise deutet der Titel bereits an, dass das Thema des Buches alternative Lebensformen sind …

Die Themen des Romans sind vielfältig, doch es geht vor allem um Tierschutz, alternative Lebensmodelle und die Akzeptanz eben solcher Einstellungen. Anja und Flitzi leben ein wohlbehütetes Leben und gehen sonntags nach einem ausgiebigen Frühstück mit ihren Eltern spazieren. Fränzis Leben entspricht nicht den Konventionen des dörflichen Lebens, aber trotzdem akzeptieren, und das erkennt Anja im Laufe der Handlung, ihre Eltern Fränzis Leben genauso wie Fränzi das Leben von Anjas Eltern respektiert. Sie verbieten ihren Töchtern nicht den Umgang mit Fränzi und lassen sie auch bis zu einem gewissen Grad bei den Befreiungsaktionen der Tiere mitmachen. Anja erkennt daher auch im Laufe der Geschichte, wie tolerant und liberal ihre Eltern sind und ist stolz auf sie.

Fränzi selbst ist eine Tierschützerin, die jedoch nicht belehrend mit Anja und Flitzi umgeht, sondern ihnen alles erklärt und sich um sie kümmert. Es ist ein gleichberechtigter Umgang zwischen Kindern und Erwachsenen, die sich und ihre Meinungen respektieren. Wunderschön ist auch die Sprache, die Annette Pehnt findet, um das Leben auf dem Lande zu beschreiben. Hinzu kommen die Zeichnungen von Susanne Göhlich, die dem Roman den letzten Schliff geben.

Sonnenhof-Geschichten

„Wisst ihr vielleicht zufällig, wer die Ferien erfunden hat?“ Mit dieser Frage beginnt der zweite Band der Sonnenhof-Geschichten, die eine wundere Ferienlektüre sind und in eine Welt entführen, die an Astrid Lindgren und ihre Bullerbü-Geschichten erinnern. Dennoch leistet auch diese Serie ihren Beitrag zu einer Umwelterziehung und zeigt, wie sich der Blick auf Natur und Umwelt in der Kinderliteratur seit den 1980er Jahren verändert hat. Die Sonnenhof-Serie steht in der Tradition der Naturbilder, die erwachsenen Leserinnen und Lesern in Zeitschriften wie LandLust oder Liebes Land nostalgisch präsentiert werden und einen idyllischen und auch verklärten Blick auf das Landleben werfen.

Alles beginnt damit, dass sich Theresas Eltern einen alten Bauernhof, der zum Verkauf angeboten wird, ansehen. Doch sie sind nicht die einzigen Interessenten und da der Hof groß genug ist, beschließen die Erwachsenen, dass dort alle Platz haben. So kommt es, dass Theresa mit ihren Eltern, ihren Brüdern Michel und Emil, Alex und Timo sowie Sabine, Momo und den Zwillingen Anna und Lina auf den Sonnenhof zieht. Zunächst muss viel repariert werden, die Kinder, die sich schnell angefreundet haben, helfen fleißig mit und erkunden ihre Umwelt. In kurzen Episoden werden alltägliche Abenteuer wie das Pflanzen von Möhren und Radieschen, Zelten im Garten oder Baden im See erzählt. Ganz nebenbei geht es aber auch um wichtige Fragen und Theresa und ihre Freunde lernen viel über die Umwelt kennen, retten u.a. einen Maulwurf und tragen Frösche über die Straße. Die Kinder und Erwachsenen leben gerne in und von der Natur. Mit positiven Beschreibungen wird den Leserinnen und Lesern eine Landkindheit geschildert, die die eigene Naturwahrnehmung beeinflussen kann. In zahlreichen Basteltipps, die zwischen den Geschichten eingebettet sind, können die Leserinnen und Leser Vieles ausprobieren und ihre eigenen Abenteuer erleben.

Erzählt wird aus der Sicht der achtjährigen Theresa, die genau ihre Umgebung beschreibt, mitunter einen ironischen Blick auf die Erwachsenen wirft und in den Zwillingen ihre besten Freundinnen gefunden hat. Aber auch mit den Brüdern gibt es kaum Schwierigkeiten, denn sie erleben – ganz nach dem literarischen Vorbild der Bullerbü-Geschichten – ihre Abenteuer gemeinsam. Nur Michel, der mit 16 Jahren das älteste Kind auf dem Hof ist, hält sich aus dem „Kinderkram“ heraus. Er ist verliebt, schafft es aber nicht, das Mädchen seiner Träume zu beeindrucken und es liegt nahe, dass Theresa ihm hilft. Die einzelnen Episoden, die sich immer über einen kurzen Zeitraum von einigen Wochen erstrecken sind unterhaltsam und lustig, werden geübten Leserinnen und Lesern zwischen 8 und 10 Jahren sicherlich viel Spaß machen.

Natur und die Liebe zu Natur vermitteln alle drei Bände, denn die Kinder erleben bewusst die Jahreszeiten und spielen in und mit der Natur. Behutsam nähert sich die Reihe dem Thema der nachhaltigen Erziehung, doch es ist gerade diese Selbstverständlichkeit und die liebevollen Beschreibungen, die Eindruck hinterlassen und nachhaltig wirken. Annette Moser schildert weder die Zerstörung der Natur durch Umweltgifte noch die Gefährdung bestimmter Tierarten. Aber das muss sie auch nicht: Mit ihren liebevollen und detaillierten Schilderungen weckt sie bei ihren jungen Leserinnen und Lesern das Interesse an der Natur.

Eulen

Der US-amerikanische Schriftsteller Carl Hiaasen hat mit seinen ökologischen Kinder- und Jugendkriminalromanen die ökologische Kinder- und Jugendliteratur nach 2000 maßgeblich geprägt. Exemplarisch soll an Eulen dargestellt werden, wie Hiaasen Kinder als aktive Umweltschützer auftreten lässt.

Im Mittelpunkt des Romans steht Roy, der mit seinen Eltern nach Florida gezogen ist. Er vermisst sein früheres Zuhause in Montana, trauert den Bergen und Jahreszeiten nach und findet Florida mit dem flachen Land und der Hitze einfach nur furchtbar. Hinzu kommt, dass er im Schulbus schikaniert wird und kaum Anschluss findet. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse: Er beobachtet einen Jungen, der barfuß wegrennen sieht und fragt sich, wer der Junge sei. Dann lernt er das Mädchen Beatrice kennen. Er trifft den Jungen wieder und merkt, dass dieser sich für eine seltene Eulenart einsetzt, die auf einem Baugrundstück ihre Nester baut. Doch auf diesem Grundstück soll eine Fast-Food-Kette entstehen und erst nach mehreren Sabotageakten nehmen immer mehr Menschen an den Protesten teil und können so letztendlich den Bau des Fast-Food-Restaurants verhindern. Jugendliche stellen sich gemeinsam mit Erwachsenen gegen die Baumaschinen und singen das Lied This Land is Your Land von Woody Goothrie und machen mit diesem Lied auch deutlich, dass das Land auch den Jugendlichen gehört. Die Thematik in Eulen erinnert an Lasst den Uhu leben! und andere Texte. Der Unterschied findet sich jedoch in der Haltung der jugendlichen Protagonisten: Sie nehmen selber die Fragen des Umweltschutzes auf, kümmern sich und klären sich auch gegenseitig auf. Roy recherchiert im Internet, ohne dass ihm ein erwachsener Umweltaktivist alles erklären muss. Damit nehmen die Umweltromane wie Eulen ihre Leser ernst, trauen ihnen selbstständiges Handeln und verzichten auf langwierige wissenschaftliche Passagen.

Hiaasen scheut sich in seinen Romanen nicht, auch Sabotageakte zu entwerfen und den Ökoterroristen zu thematisieren. Er lässt die Kinder und Jugendlichen agieren, zeigt verschiedene Möglichkeiten auf, sich zu engagieren und nimmt so die kindlichen/jugendlichen Umweltschützerinnen und Umweltschützer ernst. Seine Figuren, und zwar auch in seinen anderen ökologischen Romanen, sind mehrdimensional konzipiert und ermöglichen so eine Anschlusskommunikation. Die Erwachsenen unterstützen die Kinder, werden aber nicht ls die Wissenden eingeführt. Sie müssen auch aufgeklärt werden. Damit verlagert sich das Verhältnis, denn in früheren Romanen trat der erwachsene Umweltschützer auf, der die Kinder aufklären wollte. Romane wie Eulen zeigen zudem, dass Menschen, die sich nicht explizit in Umweltschutzorganisationen engagieren, auch ein Umweltbewusstsein entwickelt haben. Eine solche Darstellung zeigt, dass Umweltschutz in der breiten Bevölkerung wahrgenommen wird.

Hiaasen schafft es, spannende Handlungsmuster mit Fragen des Umweltschutzes zu kombinieren, ohne dass der Umweltschutz hinter der Spannung zurücksteckt. Im Gegensatz zu vielen ökologischen Kriminalromanen ist der Aspekt des Umweltschutzes hier nicht austauschbar, sondern gehört zu der systemprägenden Dominanten.

Die grünen Piraten

Die Serie Die grünen Piraten steht in der Tradition einer ökologischen Kinderliteratur, die aufklären möchte, sowie einer Kriminalliteratur für Kinder. Im Mittelpunkt stehen die grünen Piraten Pauline, Ben, Lennart, Jannik und Flora, die die Natur beschützen möchten. Ihr Markenzeichen ist der grüne Totenkopf. Themen wie Müllentsorgung, Tierschmuggel und Vergiftung von Gewässern werden in eine spannende Handlung eingebettet.

Im 4. Band der Serie, Greifvögel in Gefahr, beobachten die Kinder, wie ein Mann scheinbar sinnlos gegen einen Baumstamm hämmert und Vögel in ihrem Nest aufscheucht. Sie hindern ihn daran, finden ein paar Minuten später Habicht, der in eine Falle geraten ist und bringen ihn in eine Vogelstation. Dort belauschen sie ein Telefonat des Bürgermeisters und schnell wird ihnen klar, dass die Fallen und Giftköder die Vögel bedrohen und der Bürgermeister in die Sache verwickelt ist. Sie durchstreifen den Wald, treffen auf Jäger und Taubenzüchter. Nach und nach kommen sie einem Schmugglerring auf die Spur geraten in Gefahr …

Der Kinderkriminalroman ist spannend konstruiert und möchte die Themen Umweltschutz und Greifvögel miteinander verflechten. Während in früheren ökologischen Kinderromanen wie Lasst den Uhu leben! den Kindern erwachsene Biologen und Förster geholfen haben, sind es jetzt die Kinder, die aktiv sind und den Fall lösen. Allerdings ist die Lösung einfach, der Schmuggler wird überführt und der Fall der Polizei übergeben. Auch hier folgt der Roman tradierten Mustern einer aufklärerischen Kinderliteratur, die auf globale Machenschaften der Umweltsünder verzichtet, sondern Umweltschutz und Naturfragen in der Alltagswelt der Kinder einbettet. Kindlichen Leserinnen und Lesern wird so die Illusion vermittelt, aktiv helfen zu können. Die spannende Handlung im Roman dominiert, es wird schnell erzählt und eine Aktion folgt der nächsten. Oder anders gesagt: Der Umweltaspekt lässt nur wenig Raum zum Nachdenken oder Fragen zu stellen. Auch die relativ einfache Lösung lässt eine Anschlusskommunikation nur bedingt zu. Das ist insofern schade, weil dadurch der Aspekt der Umwelterziehung in den Hintergrund geraten ist.

Auch die Figuren entsprechen gängigen Stereotypen der Kinderliteratur mit Kindergruppen: Sportlichkeit, Tierliebe, Klugheit wird auf die einzelnen Mitglieder verteilt und auch die etwas schrullige Erwachsene darf nicht fehlen. Dies ist Miranda, die auf einem Hausboot lebt:

„Das große hellblaue Hausboot, auf dem Miranda mit den beiden Katzen Ernie und Bert und ihrem Hund Campino lebte, schaukelte leicht im Licht der untergehenden Sonne. Die Solarzellen über der Kajüte glitzerten mit dem Glasdach des großen Gewächshauses an Deck um die Wette.“ (S. 35)

Bereits die Beschreibung deutet Mirandas Umweltbewusstsein an. Trotzdem werden hier Klischees bedient, denn ähnlich wie auch in der ökologischen Kinderliteratur der 1980er und 1990er Jahre wird der Umweltschützer als ein Außenstehender entworfen mit einem Lebensstil, der nicht tradierten Mustern folgt. Hier hätte man sich eine Weiterentwicklung gewünscht, denn Umweltschutz betrifft alle und sollte nicht nur von bestimmten Menschen betrieben werden. Insgesamt sind Die grünen Piraten spannende Krimis mit aktuellen Fragen, die es jedoch nicht immer schaffen, den Umweltaspekt überzeugend darzustellen. Der zweite Teil dieses Beitrags widmet sich Tiergeschichten und der phantastischen Kinder- und Jugendliteratur, die ebenso ökologische Aspekte verhandelt.

Literatur

Hiaasen, Carl: Eulen. Aus dem Amerikanischen von Birgitt Kollmann. Gulliver bei Beltz & Gelberg 2006.

Mose, Annette: Sommer auf dem Sonnenhof. Loewe 2014.

Mose, Annette: Auf dem Sonnenhof ist was los. Loewe 2015.

Pehnt, Annette: Brennnesselsommer. Ill. v. Susanne Göhlich. Carlsen 2012.

Poßberg, Andrea/Böckmann, Corinna: Die grünen Piraten. Greifvögel in der Falle. Südpol Verlag 2015.