Rückblick Frankfurter Buchmesse 2013

Die Innovation des Digitalen

Zwar ist die Frankfurter Buchmesse nun bereits beinahe drei Monate her, die Eindrücke, die Besucher der Messe mitnehmen konnten, sind allerdings noch nicht verblasst. Und ein Eindruck hält sich dieses Mal besonders hartnäckig: Die Frankfurter Buchmesse ist ein buntes Treffen der Buchbranche, auf dem jeder willkommen ist und seinen Teil zum großen Ganzen beitragen kann.

Das Digitale steht weit vorne

Arroganz_Sp1

Viele Interessierte besuchten Veranstaltungen zum Thema „Digital Turn“ in der Buchbranche, hier im Detail zum Thema Self-Publishing

Dies ist ein persönlicher Rückblick und da ich mich aufgrund privater und wissenschaftlicher Vorbelastungen natürlich ungemein für das Digitale und die Innovationen auf diesem Gebiet interessiere, schaue ich natürlich genauer hin, wenn es darum geht, was es Neues im Bereich der E-Book-Reader, der E-Books, Tablet-PCs usw. gibt. Große Neuerungen wurden nicht vorgestellt, so viel sei schon am Anfang verraten. Wir sind nicht mehr im Jahr 2011 oder 2012, wo Amazon neue Geräte vorgestellt hat und uns alle in Atem hielt, wir schon den Untergang des gedruckten Buches gepredigt haben. Nein, es ist eher so, dass die Buchmesse in Frankfurt sich langsam aber doch sichtbar auf die Digitalisierung eingestellt hat und es zum normalen Tagesgeschäft gehört, dass an der ein oder anderen Stelle E-Books zu finden sind. Doch wie wird das für die Besucher und Leser deutlich? Nun, wer das Glück hat, an einem der nicht so vollen Messetage durch die Reihen zu schlendern, dem wird aufgefallen sein, dass hier und da bereits die ein oder andere technologische Errungenschaft aufgebaut ist. Tablet-PCs stehen neben Laptops, E-Reader sind mit dicken Sicherungskabeln am Stand befestigt: Die Leser sollen die digitale Literatur hautnah erleben. Sie sollen E-Reader und Tablets in die Hand nehmen, um für sich entscheiden zu können, ob das digitale Lesen auch für sie in Frage kommt.

E-Books besonders präsent im Kinder- und Jugendbuchbereich

Ein für mich besonders erfreulicher Umstand ist der, dass die digitalen Produkte auch im Kinder- und Jugendbuchbereich Fuß gefasst haben und sowohl erwachsene Leser als auch die direkte Zielgruppe selbst hautnah erleben durfte, wie es ist, ein multimediales E-Book zu lesen oder ein Tablet in der Hand zu halten.  Und so konnte der beobachtende Besucher sehr wohl erleben, wie selbst die Kleinen zum Tablet-PC griffen und sich an dem Lesespaß erfreuten. So konnte der Besucher beispielsweise am Stand von Oetinger ein Tablet in die Hand nehmen und die multimedialen Literatur-Apps wie „Hänsel und Gretel“ kennenlernen. Oft genug habe ich die begeisterten Konsumenten sagen hören, dass diese Art von Literatur ihnen zusage. Die Vorlese-Funktion, die in vielen dieser Apps eingearbeitet ist, erleichtert das Lesenlernen der Kinder – und das ganz ohne Elternteil. Spielelemente lockern die Geschichte und die Lektüre auf und fordern die Kinder und Jugendlichen auf, sich näher – auf spielerische Weise versteht sich – mit der (digitalen) Literatur auseinanderzusetzen!

Diskussionen, Diskussionen … Aber wo bleibt die Grundlage?

Auch wenn sich der Bericht bis zu dieser Stelle sehr positiv anhört, so konnte man auf der Buchmesse doch auch eins beobachten: Die Diskussionen, die über sämtliche Themen und insbesondere über neue Themen geführt wurden, sind zwar vorhanden, sie finden statt, aber gleichzeitig wabern sie oftmals so an der Oberfläche, dass eine Auseinandersetzung mit den Gesprächen eher Unzufriedenheit hervorruft. Auf der Messe 2013 musste ich leider oft erleben, dass im Programm als fachlich ausgeschriebene Diskussionen eher zu einer Werbeveranstaltung mutierten. Als Beispiel seien hier nur die zahlreichen guten, aber dann doch von Werbeveranstaltungen der verschiedenen Dienstleister wie Amazon oder Epubli durchtrennten Veranstaltungen auf der Self-Publishing Area genannt. Bei einigen anderen Diskussionen im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur hatte ich dann noch eher das Gefühl, die Referenten hätten erst am Vormittag über ihren Vortrag am Abend Bescheid bekommen und hätten sich in einer zehnminütigen Google-Session auf alles vorbereitet. Das soll kein Vorurteil sein, keine Beschimpfung, eher eine Anregung zum Nachdenken: Sollten nicht gerade an den Fachbesuchertagen die Messe so ausgerichtet sein, dass auch die vom Fach eben einen Mehrwert daraus ziehen?

Ausblick auf die Leipziger Buchmesse 2014

Die Frankfurter Buchmesse 2013 ist kaum vorbei, da kündigt sich die Leipziger Buchmesse 2014 bereits wieder an. Vom 13.3. bis 16.3. öffnen die Messehallen in Leipzig ihre Tore und begrüßen Lesebegeisterte. Da Leipzig an sich eine eher am Leser orientierte Messe ist, verspricht der März daher ein besonderes Event für alle Leser zu werden. Inwiefern der Aspekt der Digitalisierung mit Frankfurt mithalten kann, bleibt jedoch fraglich. 2013 zeigte Leipzig sich im Großen und Ganzen noch sehr weit entfernt von einer digitalen Standardausstattung. Wie es 2014 sein wird, erfahrt ihr natürlich nach der Messe in einem Beitrag auf footnoters.de.

Kommentare sind geschlossen.